CaEx-Lagerbericht: Blair Atholl Jamborette, Schottland (18.07.-01.08.2026)

Hàlo aus Schottland!

Als wir uns am 18. Juli mit unseren 12 Caravelles und Explorern auf den Weg zu unserem ersten Auslandslager machten, wussten wohl die wenigsten von uns, was uns in den nächsten zwei Wochen erwarten würde. Am Bahnhof trafen wir auf 30 weitere CaEx aus Aschbach, Waidhofen und Ybbsitz. Gemeinsam mit den Leiter*innen waren wir damit rund 50 Pfadfinder*innen, die sich auf den Weg nach Schottland zum 40. Blair Atholl Patrol Jamborette machten.

Mit dem Flugzeug ging es über das Mittelmeer – zumindest laut Aussage einer Caravelle (von der Redaktion nicht näher überprüft) – nach Edinburgh. Dort angekommen, brachte uns der freundliche Busfahrer Alessandro nach Kinross zu unserer Unterkunft für die nächsten Tage. Geschafft von der langen und aufregenden Anreise fielen wir schnell in unsere Schlafsäcke.

Am nächsten Tag hatten wir Zeit, uns innerhalb der gemischten Patrullen besser kennenzulernen und Kinross zu erkunden. Am Abend schauten wir uns gemeinsam das Finale der Herren-Fußball-WM an. Tags darauf machten wir Edinburgh unsicher. Dort konnten wir unter anderem den Edinburgh Dungeon besuchen, uns auf die Spuren von Harry Potter begeben oder die unterirdischen Gänge von „The Real Mary King’s Close“ erkunden. Dabei entdeckten wir auch schon die ersten anderen Pfadfinder*innen. Am Abend ließen wir es uns mit dem durch unsere Arbeitseinsätze verdienten Geld bei Burgern ordentlich gutgehen. Danach hieß es noch zusammenpacken, denn am nächsten Morgen brachen wir früh nach Blair Atholl auf.

Dort angekommen, staunten wir nicht schlecht: Auf dem riesigen Lagerplatz waren bereits fast alle Zelte aufgebaut und es tummelten sich Hunderte schottische und internationale Pfadfinder*innen. Beim diesjährigen 40. Blair Atholl Jamborette waren Pfadfinder*innen aus 14 Nationen vertreten, von Kanada über Barbados bis Österreich. Begrüßt wurden wir mit Dudelsackklängen und vom Lagerleiter, bevor es patrullenweise zur Anmeldung ging. Dort machten wir unser erstes Patrullenfoto und bekamen das Lagerhalstuch.

Anschließend wurden wir auf eines der sechs Unterlager aufgeteilt, die jeweils ihr eigenes Motto hatten. Dort lernten wir auch unsere schottischen Partnerpatrullen kennen. Das Konzept des Blair Atholl Jamborettes ist nämlich etwas Besonderes: Jeweils eine internationale und eine schottische Patrulle bilden für die Dauer des Lagers eine gemeinsame Einheit und verbringen den Lageralltag miteinander.

Glücklicherweise hatten unsere schottischen Patrullenkolleg*innen unsere Zelte bereits am Vortag aufgebaut. Einige von uns konnten dafür noch beim Aufbau der Kochstellen mithelfen. Zu Mittag bekamen wir zum ersten Mal das köstliche Menü „Wraps mit Chips und Schokoriegel“ serviert, ein kulinarisches Highlight, das uns in den folgenden zehn Tagen leider noch öfter (jeden Tag) begegnen sollte.

Den restlichen Tag nutzten wir, um uns an den doch etwas anderen Lageralltag zu gewöhnen, unsere Patrullenkolleg*innen und Unterlagerleiter*innen kennenzulernen und den riesigen Lagerplatz zu erkunden. Am Abend kamen schließlich alle zur großen Opening Ceremony zusammen.

Am nächsten Tag starteten bereits die Activities. Jeden Tag konnten wir uns für eine der unzähligen Aktivitäten am Vormittag und eine weitere am Nachmittag anmelden. Von Canyoning und Rafting über Fischen und Lawn Bowling bis hin zu Bushcraft und dem Gestalten von Bucket Hats war wirklich für alle etwas dabei.

An eine weitere Besonderheit des schottischen Lageralltags mussten wir uns ebenfalls erst gewöhnen: die tägliche Zelt- und Scoutinspektion. Spätestens nach der dazugehörigen Liste mit rund 40 Punkten wussten wir wieder zu schätzen, wie nett unsere Leiter*innen zu Hause eigentlich zu uns sind.

Ein weiteres Highlight war der „Subcamp Away Day“, kurz SAD. Dabei durfte jeden Tag eines der Unterlager das nahegelegene Pitlochry einnehmen. Dort erwarteten uns verschiedene Spiele, aber natürlich blieb auch etwas Zeit, um den einen oder anderen schottischen Souvenirshop zu plündern.

Auch am Abend wurde uns nicht langweilig: Entweder im „Kastle“, einem großen Veranstaltungszelt, oder direkt in unserem Unterlager wartete ein Programmpunkt auf uns. Von der Opening Party über Open Mic und Disco bis hin zum traditionellen schottischen Ceilidh war einiges dabei. Natürlich durften auch gemeinsame Lagerfeuer nicht fehlen.

Ein besonderes Highlight war der Besuchertag mit der großen „Country Faire“. Dort durften wir Österreich von seiner besten Seite präsentieren. Bei unserer ersten Station konnten sich die Besucher*innen mit Franz und Sisi vor Schloss Schönbrunn fotografieren lassen. Bei Station zwei gab es Käse- oder Apfelspätzle und natürlich Almdudler.

Auch kulinarisch gab es neben unseren täglichen Wraps ein paar besondere Erlebnisse. Beim Subcamp Barbecue wurden wir von unseren Leiter*innen bekocht und bei der traditionellen Burns Supper konnten wir uns an Haggis mit Kartoffelpüree versuchen, selbstverständlich begleitet von Dudelsackmusik und schottischen Gedichten.

So vergingen die Tage wie im Flug. Wir knüpften viele neue Freundschaften, tauschten unzählige Abzeichen, Halstücher, Uniformen und sogar Lederhosen und tranken vermutlich ungesunde Mengen an Irn-Bru. Auch das Wetter meinte es fast bis zum Schluss sehr gut mit uns – selbst wenn den Schotten bei 25 Grad bereits ordentlich ins Schwitzen kamen.

Gegen Ende des Lagers warteten mit den „Athollantics“ noch einmal zwei Stunden kontrolliertes Chaos auf uns. An verschiedensten Stationen versuchten wir, möglichst viele Punkte für unsere Unterlager zu sammeln.

Und plötzlich war es auch schon so weit: Das Closing Campfire stand an. Noch einmal kamen alle Lagerteilnehmer*innen zusammen, um die vergangenen Tage gemeinsam ausklingen zu lassen. Spätestens am Ende wurde dann wohl die eine oder andere Träne vergossen und uns wurde bewusst, wie schnell die Tage vergangen waren.

Am nächsten Tag halfen wir den schottischen Patrullen noch beim Abbau, bevor wir für eine letzte Nacht zurück nach Kinross fuhren. Dort durfte natürlich ein klassisches letztes Abendessen nicht fehlen: Fish and Chips. Bei einer gemeinsamen Fotopräsentation konnten wir die vergangenen zwei Wochen noch einmal Revue passieren lassen.

Am nächsten Morgen machten wir uns schließlich mit Bus, Flugzeug und Bahn wieder auf den Weg nach Hause. Leider mussten wir uns am Flughafen auch noch von dem einen oder anderen treuen Buttermesser bzw. Taschenmesser verabschieden.

Zurück in Amstetten wurden wir bereits sehnsüchtig von unseren Eltern erwartet. Nach zwei Wochen voller neuer Erfahrungen, Freundschaften und Erlebnisse freuten wir uns dann aber wohl alle auf drei Dinge ganz besonders: eine ausgiebige Dusche, das eigene Bett und ordentliches Essen.

Mehr über das Blair Atholl Jamborette findet ihr auf der offiziellen Website: https://www.jamborette.org.uk/

Haste Ye Back!